WM-Trippel und EM-Top15

Die zweite Hälfte der MTBO-Woche in Portugal wurde heute mit der Langstrecke begonnen. Nach einer aus deutscher Sicht erfolgreichen Mittelstrecke konnte Harry heute den dritten WM-Titel der Masters einfahren. Anke gelang mit Platz 13 bei der EM ebenfalls ein passables Resultat auf der anspruchsvollen Langstrecke.

 

Rückblick auf die Mittelstrecke am portugiesischen Nationalfeiertag

Ein groß angelegtes und zuschauerfreundliches Wettkampfzentrum bauten die Veranstalter mitten ins Nichts von Vale das Eiras auf. Zunächst starteten wieder die Masterfahrer auf die abwechslungsreichen Bahnen. Viele kurze Postenverbindungen bei denen man sich dennoch für die richtige Route entscheiden musste, ständig im Abwägen und Abzählen der Höhenmeter. In der Klasse M60 konnte sich Harald Männel erneut vor der Konkurenz mit gut 1 min durchsetzen. Auch Olaf Kaden bestätigte mit Platz 6 in der M45 sein sehr gutes Sprintresultat. Frank Steiner hatte ein nicht ganz optimales Rennen und landete aber mit Platz 13 immer noch im Mittelfeld. Nachdem die Masters den lichten Wald verlassen hatten jagten die Elite-Fahrer um den Kurs. Für Anke Dannowski verlief das Rennen schon deutlich besser als im Sprint hier und da eine ungünstige Routenwahl und leichte physische Nachteile führten zu einem 22 Platz und somit auch zu einigen Weltcup-Punkten.

Die Langstrecke von Termas de Monfortinho

Der Ruhetag wurde nach einem verregneten Morgen für Sightseen in Penha Garcia dem Spielplatz der Sprintentscheidung genutzt. Immerhin bot sich hier ein geologischer Park unterhalb einer großen Talsperre sowie ein sehr altes Bergdorf. Mit dem Regen gab es auch einen Temperatursturz von gut 10°. Somit fand auch die heutige Langstrecke bei etwa 23° C statt und wurde dadurch deutlich entschärft. Nichts destotrotz boten sich für die Teilnehmer selektive Strecken mit reichlich Höhenmetern, die bergauf wie auch teilweise bergab eine große fahrtechnische Herausforderung darstellten. Das belegten auch die zahlreichen Ausfälle durch Defekte und Stürze. So erwischte es auch Frank, der am äußersten Kartenrand gut 8 km vom Ziel entfernt einen unreparierbaren Plattfuß erlitt. Aber auch das gehört dazu um am Ende ganz oben stehen zu können. Die Organisatoren die bislang sehr gute Wettkämpfe boten forderten neben der physischen Komponente auch die langstreckenspezifischen Routenwahlentscheidungen. Zu denen es auch gehörte die Zäune genau im Auge zu behalten. Einige Masterfahrer erwischte es hier, die in einer Zaunsackgasse zum Umkehren und damit hohen Zeitverlust gezwungen worden. So blieb auch Olaf davon nicht verschont. Konnte ansonsten aber wieder mit einem soliden Rennen aufwarten. Am Ende reichte es noch zu Rang 7 in der M45.

 

Harry nahm sich in den Abfahrten zurück und hielt auch mal inne um die richtige Routenwahlentscheidung zu treffen. Dies war genau die richtige Taktik um am Ende des Tages erneut das Podest ganz oben erklimmen zu dürfen. Das war das dritte Gold bei dieser Masters-WM, eine Leistung mit der er zuvor selbst nicht rechnete, denn auch die Konkurrenz schlief dieser Tage nicht.

Die großen zeitlichen Unterschiede im Ergebnis der Elite-Rennen deuten auch hier auf eine physisch und routenwahlbedingte sehr selektive Entscheidung. Während die ersten 4 Frauen, mit der britischen Siegerin Emily Benham, nach 1:42 Stunden gut eine Minute trennte tat sich dahinter eine größere Lücke auf. Anke gelang orientierungstechnisch ein wenig fehlerbehaftets Rennen, nur zwei Routenwahlentscheidungen waren suboptimal. Zum Abschluss der Einzelentscheidungen stand ein guter Rang 13 bei der Europameisterschaft zu Buche.

Am morgigen Samstag warten nun noch die Staffelentscheidungen. Hier besetzt das Deutsche Team eine Masters M120-Staffel in der Startreihenfolge: Frank, Harry, Olaf.

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