MTBO-Masters WM: Mark Huster gewinnt Silber im Schlamm der Langstrecke

Harry berichtet von der Langstrecke, wieder in einem äußerst bergigen Gelände, welches sich zum Teil mit dem Massenstartwald überschnitt: Dass es schwierig befahrbar würde, ahnten wir nach 16-stündigem Dauerregen schon, doch so eine gewaltige Schlammschlacht habe ich in meiner 20jährigen MTBO-Laufbahn noch nicht erlebt.

Zwar hörte der Regen pünktlich 30 Minuten nach dem Start auf, nachdem Uta als eine der Ersten noch einen gewaltigen Wasserfall über sich ergehen lassen musste, aber fast alle Wege außer den dicken Fahrstraßen waren 10-15 cm voll lehmigen Schlammes und die meisten Starter schoben nicht nur hinauf und geradeaus, sondern auch bergab. Die Laufräder klebten dick voller nassem Lehm und verweigerten die Drehung. Schlamm rauskratzen und "Bike aufschlagen" waren angesagt. Maximal drin war in den steilen Abfahrten ein Schlittern mit einem Fuß am Boden als Hackenbremse.

Wer nicht sofort begriffen hatte, dass ein Vorwärtskommen nur auf den breiten Forststraßen möglich war und dabei ewige Umwege in Kauf nahm, war chancenlos. Durchschauen musste man auf der schlammbespritzten Karte auch noch einen Schmetterling im Schmetterling, was auch meheren Fahrern zum Verhängnis wurde. Hierbei gelang unserem Husti eine Meisterleistung. Gestählt in vielen Crossbike-Rennen in Schnee und Schlamm nahm er die Bedingungen an und erkämpfte sich auch mit einer cleveren Routenwahl die Silbermedaille in der stark besetzten H 40. Ganz große Gratulation. Ein weiteres sehr starkes Ergebnis erreichte Peter Heinrich in der H 55 mit dem 5. Rang. Hut ab!

In der H 60 waren Harry und Sergej sehr gut gestartet, Sergej scheiterte dann leider am o.g. Schmetterling, Harry bekam nach einigen Schlammpassagen und Stürzen große Probleme mit seinem defektem Hüftgelenk und fiel auf Platz 6 zurück. Einen sehr guten 4. Platz erreichte Olga Sonnenberg in der D 60, Uta wurde 7. in D 55 und Sylvia 8. in D 45. Ein Achtungszeichen setzte auch Olaf Kaden mit Rang 15 in der H 50.

 

 

Zum Abschluss der Einzelrennen gab es die Mittelstrecke am Westrand von Budapest in Érd. Flache Teilstücken im offenem Gelände aber tausende verwirrende Pfade eines Motocross-Geländes wechselten mit steileren Hangpassagen. Laufradtiefe Pfützen und Schlammlöcher erinnerten an den Dauerregen des Vortages. Insgesamt war es aber ein schnelles Rennen. Doch den deutschen Fahrern passierten immer wieder kleinere Fehler in den vielen Abzweigen. Die beste Leistung erbrachte Peter Heinrich in der H 55 mit dem 4. Rang. Nur 12 Sekunden fehlten ihm zur Bronzemedaille. Schade, aber herzlichen Glückwunsch! Die Damen Uta, Sylvia und Olga einigten sich auf den jeweils 5. Rang in ihren Klassen, ein sehr gutes Ergebnis. Husti und Sergej wurden jeweils Sechster.

 

                      Die Dreckspatzen Peter und Mark

 

Aus verschiedenen Gründen kam leider keine Staffel zum Abschluss-Sonntag zustande, so dass fast alle am Sonnabend den langen Heimweg antraten. Ein Dank gilt auch Micha Sturm, der wieder einige Deutschland-Trikots beim BDR für uns erkämpfte und ein gut sortiertes Ersatzteillager mitführte.

Einen schwierigen Job und die meiste Arbeit von uns hatte Anke Dannowski als internationale IOF-Advisorin, ich hoffe, dass sie aus den Problemen und kleinen Fehlern, die beim Veranstalter auftraten, welche die Aktiven nicht mitbekamen, aber womit auch Anke jeden Tag zu arbeiten hatte, einiges hat Lernen können in Vorbereitung unserer Heim-Master-WM und Weltcup im Oktober 2019 auf dem sächsischen Rabenberg.

 

Text: Harald Männel

 

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